Lässig Statt Stressig
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Perfektionismus: Die Wurzel allen Übels Teil 1 [015]
Stresst dich dein Perfektionismus?
Ich berichte von meinen eigenen Erfahrungen und zeige 3 Anzeichen um zu erkennen ob du Perfektionist*In bist. Verstehe Hintergrund & Ursachen und die Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.
Perfektionismus ablegen: Warum dein hoher Anspruch dein größter Stresstreiber ist
Kennst du das? Du sitzt an einer Präsentation oder einem Projektbericht und obwohl eigentlich alles fertig ist, findest du noch eine Kleinigkeit, die man optimieren könnte.
Du machst hier noch ein „Schleifchen“ dran, recherchierst dort noch ein Detail nach, nur um absolut sicherzugehen, dass du nicht angreifbar bist. Am Ende machst du Überstunden, die Zeit rinnt dir zwischen den Fingern durch und trotzdem bleibt dieses schale Gefühl: „Es hätte noch besser sein können.“
In meiner Zeit als Projektingenieur habe ich jahrelang nicht gemerkt, dass ich ein Perfektionist bin. Ich dachte einfach, ich habe eben einen hohen Qualitätsanspruch. Erst viel später wurde mir klar: Dieser Anspruch war kein Zeichen von Exzellenz, sondern eine Vermeidungsstrategie aus Angst vor Fehlern.
In diesem Artikel erfährst du, woran du perfektionistische Züge erkennst, warum sie dich in den Dauerstress treiben und wie du den Weg zurück zu echter Effizienz und Gelassenheit findest.
Arbeitsstress bewältigen: Wenn die 130-Prozent-Marke zur Normalität wird
Ein klassisches Anzeichen für Perfektionismus ist eine verzerrte Selbstwahrnehmung. Während dein Umfeld (Vorgesetzte, Kunden, Kollegen) mit einer Qualität von 80 oder 90 % längst zufrieden wäre, liegt deine persönliche Messlatte bei 130 %.
Das Problem dabei: Für diese letzten 30 % an Perfektion investierst du unverhältnismäßig viel Zeit und Energie für Details, die im realen Arbeitsalltag oft gar keine Rolle spielen.
Du verschwendest wertvolle Lebenszeit für die bloße Illusion von Sicherheit. In der Psychologie unterscheiden wir hier, ob dieses Muster „ich-synton“ ist (du glaubst, das muss so sein) oder „ich-dyston“ (du merkst bereits, dass es dir schadet, kannst aber nicht aus deiner Haut).
Der erste Schritt, um deinen Arbeitsstress zu bewältigen, ist immer die Erkenntnis: Mein Anspruch ist das Problem, nicht die Arbeitslast.
Delegieren lernen: Warum der „Kontroletti“ in dir keine Ruhe findet
Fällt es dir schwer, Aufgaben abzugeben? Perfektionisten sind oft schlechte Delegierer. Selbst wenn sie Arbeit abgeben, haben sie den Drang, ständig zu kontrollieren. Sie „atmen den anderen in den Nacken“, schauen in jedes Detail und korrigieren Kleinigkeiten nach.
Dahinter steckt ein tiefes Misstrauen, dass andere die Qualität nicht halten können. Das Ergebnis ist fatal: Du hast nicht nur deine eigene Arbeit auf dem Tisch, sondern im Kopf auch noch die Verantwortung für alles, was du eigentlich abgegeben hast.
Wer wirklich delegieren lernen will, muss akzeptieren, dass „anders gemacht“ nicht „schlechter gemacht“ bedeutet. Echte Entlastung tritt erst ein, wenn du das Vertrauen hast, die Kontrolle auch mal loszulassen.
Prokrastination durch Perfektionismus: Die Angst vor dem unbezwingbaren Berg
Es klingt paradox, aber viele Perfektionisten neigen zur Aufschieberitis. Wenn der eigene Anspruch so gigantisch hoch ist, wirkt eine neue Aufgabe wie ein unbezwingbarer Berg. Die Angst, an diesem Berg zu scheitern oder dem eigenen Ideal nicht gerecht zu werden, führt dazu, dass man gar nicht erst anfängt.
Du schiebst die wichtige Aufgabe vor dir her, erledigst stattdessen unwichtige Kleinigkeiten und gerätst dann kurz vor der Deadline in massiven Zeitnot-Stress. Diese Prokrastination durch Perfektionismus ist hausgemacht.
Du stehst am Fuß des Berges, starrst auf den Gipfel und bist gelähmt. Dieser Last-Minute-Stress lässt sich nur lösen, wenn du die Messlatte für den Start bewusst nach unten schraubst und den Fokus auf den ersten, kleinen Schritt lenkst.
Burnout Prävention: Vom Vermeidungsziel zur echten Lebensqualität
Perfektionismus ist psychologisch betrachtet ein Vermeidungsziel. Du versuchst, Kritik, Ablehnung oder Bloßstellung zu vermeiden. Da man Fehler im Leben aber nie zu 100 % ausschließen kann, bleibst du permanent unter Hochspannung.
Ein Vermeidungsziel kannst du nie endgültig „erreichen“ – nach der fehlerfreien Präsentation wartet sofort die nächste Chance, einen Fehler zu machen.
Echte Burnout Prävention beginnt dort, wo du lernst, deinen Selbstwert von deiner Leistung zu entkoppeln. Auf dem Friedhof liegen viele Menschen, die dachten, sie seien unersetzbar. Dein Ego will die 130 %, aber dein System braucht Pausen und die Erlaubnis, „nur“ gut genug zu sein.
Möchtest du wissen, wie du deinen inneren Antreiber endlich ausschaltest?
Vom Projektingenieur zum Heilpraktiker für Psychotherapie habe ich diesen Weg selbst durchlaufen.
Ich weiß, wie sich die Fesseln des Perfektionismus anfühlen – und wie man sie löst. In meinem kostenlosen 30-minütigen Videotraining zeige ich dir die 3 essentiellen Schritte, wie du trotz hoher Verantwortung im Job innerlich zur Ruhe kommst, ohne dein Leben komplett auf den Kopf zu stellen.